ARBEIT

40plus arbeiten besser nicht mehr als 25 Stunden


Er sollte nicht zuviel arbeiten – das macht dumm. (Foto: Samuel Giacomelli, Unsplash)

Eine sehr hohe Wochenarbeitszeit kann negative Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten von männlichen wie weiblichen Angestellten hervorrufen.

Arbeitsstunden und -pensen nach Altersstufe sind zurzeit wieder ein grosses Thema. Nicht nur die Schweiz, auch andere Länder planen, das Renteneintrittsalter anzuheben. Grund ist die demografische Entwicklung: Es gibt zumindest in Industrienationen immer mehr ältere Menschen.

Eine Studie der Universität Melbourne hat nun herausgefunden, dass dies unter Umständen problematisch sein kann. Bei Arbeitnehmern ab 40 Jahren sinkt die Effektivität bereits ab 25 Arbeitsstunden pro Woche.

Gemessen wurden bei der Studie der Faculty of Business & Economics der Uni Melbourne die kognitiven Fähigkeiten von 3500 Arbeitnehmerinnen und 3000 Arbeitnehmern über 40 Jahre.

Demnach stimulierte die Arbeit die Hirn-Aktivitäten der Arbeitnehmer am effektivsten, wenn diese 25 Stunden pro Woche arbeiten. Bei dieser Arbeitszeit waren die positiven Effekte auf die kognitiven Fähigkeiten der über 40-Jährigen am grössten.

Bei einer Arbeitszeit von über 30 Stunden pro Woche nahmen die positiven Effekte der Arbeit ab. Eine Regel-Arbeitszeit von 40 Wochenstunden sei zwar geeignet, um normale kognitive Fähigkeiten zu erhalten, effektiv ist dies aber nicht mehr.

Bei Arbeitszeiten von 55 oder mehr Stunden pro Woche sank die geistige Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer sogar rapide, und zwar unter das Niveau von Ruheständlern oder Arbeitslosen. Man könnte auch sagen: Ab 40 schadet zu viel Arbeit der geistigen Gesundheit.

Stimulation gegen Stress

Laut den Forschern sind hier zwei Mechanismen am Werk. Zum einen kann Arbeit die kognitiven Fähigkeiten stimulieren, andererseits sorgt Arbeit auch für Ermüdung und Stress. Laut der Studie scheint es nun so zu sein, dass je älter ein Arbeitnehmer ist, desto weniger stress-resistent sie werden.

Will heissen: Um die positiven Effekte der Arbeit voll auszuschöpfen und möglichst effektiv zu arbeiten, wäre bei älteren Arbeitnehmern eine niedrigere Wochen-Arbeitszeit sinnvoll. Bei Männern über 40 kann sogar eine Wochenarbeitszeit von über 30 Stunden negative Auswirkungen auf die geistige Gesundheit haben - jedenfalls laut den Tests aus der Studie, die vom Jahr 2016 stammt.

Die Gründe für die Zusammenhänge zwischen kognitiven Fähigkeiten und Wochenarbeitszeit bei älteren Arbeitnehmern hat die Studie nicht erforscht. So wäre noch zu klären, ob und wie sich Teilzeit-Jobs auswirken, wie geistig oder körperlich anspruchsvoll eine Arbeit ist oder wie viel Ferien oder freie Tage sich jemand zwischendurch nehmen kann.

Auch ist noch nicht erforscht, ob es länder-spezifische Unterschiede gibt.

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