BEWERBUNGSTRENDS

So überzeugt die Generation 50plus im Jahr 2020

Neuste Trends bei der Bewerbung

Wer im Alter von 50 oder mehr Jahren noch einmal arbeitslos wird, fühlt sich häufig auf einer Art Abstellgleis - Adobe Stock – motortion / 291587465

Neuste Trends bei der Bewerbung

Man sucht nach Persönlichkeite , die sich von der Konkurrenz abheben und einen konkreten Mehrwert für das Unternehmen mit sich bringen. - Adobe Stock – sepy / 133418675

Neuste Trends bei der Bewerbung

Eine gute Bewerbung braucht Kreativität - Adobe Stock – MIND AND I / 279461078

​​​​​​​Wer im Jahr 2020 auch mit über 50 noch einmal einen neuen Job suchen möchte oder muss, sollte sich modern präsentieren

– mit einer Bewerbung gemäss der neuesten Trends. Wie also überzeugen Sie im Jahr 2020 auf ganzer Linie?

Wer im Alter von 50 oder mehr Jahren noch einmal arbeitslos wird, fühlt sich häufig auf einer Art Abstellgleis. Es scheint beinahe unmöglich, sich gegen jüngere Bewerber durchzusetzen – allen Erfahrungen sowie Wissensvorsprüngen zum Trotz. Und auch, wer sich freiwillig noch einmal auf die Jobsuche begibt, hat dabei oft grosse Schwierigkeiten. Ihnen geht es genauso? Häufig sind daran Fehler in der Bewerbung schuld. Diese wirkt also nicht überzeugend oder schlichtweg zu altmodisch.

Wenn Sie es hingegen schaffen, Ihr Alter als Vorteil zu sehen und entsprechend in der Bewerbung darzustellen, ist die Jobsuche auch mit 50plus keine unlösbare Aufgabe. Zudem sollten Sie beweisen, dass Sie trotz Ihres fortgeschrittenen Lebensalters modern sind – und zwar mit einer Bewerbung, die den aktuellen Trends entspricht. Denn der Arbeitsmarkt befindet sich in Bewegung und vor allem die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Bewerbungstrends im Jahr 2020

Die Bewerbung im Jahr 2020 sieht also mit grosser Wahrscheinlichkeit anders aus als jene, welche Sie vielleicht vor einigen Jahren oder Jahrzehnten verfasst haben. Die klassische Bewerbung in Papierform mit Anschreiben, Lebenslauf und vielleicht sogar einem Motivationsschreiben hat längst ausgedient. Stattdessen setzen die meisten Unternehmen – nicht nur in der Schweiz – mittlerweile auf die Online-Bewerbung. Als Trend kann diese jedoch nicht bezeichnet werden, denn sie stellt eher den aktuellen Standard dar als eine neue Erscheinung. Wichtig ist daher, dass Sie sich vor Ihrer Bewerbung bei einem Unternehmen darüber informieren, ob und auf welchem Weg solche Online-Bewerbung angenommen werden. Manchmal müssen Sie diese per E-Mail einsenden, ein anderes Mal gibt es dafür bereits vorgefertigte Formulare auf der Homepage. Sie sehen: Für eine erfolgreiche Bewerbung braucht es etwas Recherche vorab.

Das gilt auch für den Inhalt Ihrer Bewerbung. Denn dabei lautet im Jahr 2020 das Motto: Originell muss er sein, um aus der Masse herauszustechen – dennoch aber professionell und überzeugend. Auf den ersten Blick klingt das wenig konkret. Auf den zweiten Blick lassen sich diese Anforderungen aber auf drei Grundregeln herunterbrechen:

1.Personal Branding

Im Jahr 2020 werden Bewerber nicht mehr als Ressource gesehen, sondern als Marke. Es geht für die Unternehmen also nicht nur darum, einen fleissigen Mitarbeiter mit dem notwendigen Knowhow zu finden, der sich möglichst unauffällig in die Belegschaft einfügt. Stattdessen wird nach Persönlichkeiten gesucht, die sich von der Konkurrenz abheben und einen konkreten Mehrwert für das Unternehmen mit sich bringen. Menschen also, welche besondere Fähigkeiten, Talente oder spezielles Wissen aufweisen, die andere motivieren sowie mitreissen können und die das Unternehmen aktiv vorantreiben.

In Ihrer Bewerbung sollte es also weniger um eine Auflistung Ihrer Erfahrungen und Qualifikationen gehen. Diese sind zwar auch Bestandteil des Lebenslaufs und für die Personaler interessant. Den wichtigsten Part macht aber Ihre Persönlichkeit aus. Beim Personal Branding geht es also darum, eine „Marke“ zu kreieren, welche Sie repräsentieren möchten. Überlegen Sie, welche Ihre Alleinstellungsmerkmale sind – quasi aus Sicht des Recruiters die überzeugendsten Argumente für Ihre Einstellung.

Die Personaler sind somit Ihre Zielgruppe und Sie müssen sich gegenüber dieser Zielgruppe vermarkten. Dabei gehen Sie eigentlich nicht anders vor als beim klassischen Branding auch, wie es beispielsweise Marken wie Coca-Cola oder BMW betreiben. Wichtig ist ausserdem, dass Sie verinnerlichen: Das Personal Brandig beginnt und endet nicht mit Ihrer Bewerbung, sondern findet auch auf weiteren Kanälen statt – zum Beispiel in sozialen Netzwerken, auf einem Bewerber-Blog, bei Auftritten als Speaker auf Kongressen und, und, und…

2. Roter Faden

Als „Marke“ erzählen Sie also eine Geschichte – und zwar die Geschichte über sich selbst als Persönlichkeit und potenzieller neuer Mitarbeiter. Je mehr Kanäle Sie dafür nutzen, umso stimmiger wird das Gesamtbild. Ihre Fotos, die gewählten Farben, das Wording, die Inhalte auf Social Media, Ihr ehrenamtliches Engagement, Ihre Tätigkeit als Speaker…alles muss ein stringentes Bild ergeben. Denn je einheitlicher Sie sich auf allen Kanälen präsentieren, umso authentischer wirken Sie und das Bild, welches Sie von sich selbst kreieren. Wichtig ist natürlich, dass dieses auch tatsächlich authentisch ist, ansonsten können Sie nach der Einstellung im Arbeitsalltag mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht überzeugen. Präsentieren Sie sich daher ehrlich, aber eben als die beste Version Ihrer selbst.

Das gilt auch für die konkreten Inhalte Ihrer Bewerbung. Hier ist also ebenfalls wichtig, dass sozusagen ein „roter Faden“ erkennbar ist. Fokussieren Sie sich also auf zwei oder drei Alleinstellungsmerkmale, anstatt so viele Informationen wie möglich in das Anschreiben packen zu wollen. Jene zu Ihrem Werdegang & Co finden die Personaler ja ohnehin im chronologischen Lebenslauf. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, einige Kernaussagen zu verdeutlichen und Ihre Marke dadurch zu festigen.

Angenommen, in der Stellenausschreibung werden Führungsqualitäten gefordert. Erwähnen Sie dann im Anschreiben auch genau diesen Begriff und untermauern Sie ihn durch konkrete Erfahrungen, welche sich im Lebenslauf wiederfinden. Bestenfalls können Sie Arbeitszeugnisse anfügen, in welchen Ihre Führungsqualitäten  gelobt werden und treten als Speaker zum Thema „Führung“ auf  namhaften Veranstaltungen auf. So oder so ähnlich sieht ein überzeugender roter Faden aus und diese Strategie können Sie natürlich auf andere Alleinstellungsmerkmale anwenden, mit denen Sie überzeugen möchten.

3. Kreatives Design

Zuletzt braucht es nur noch eine Sache, damit Ihre Bewerbung im Jahr 2020 erfolgreich wird: Kreativität. Wie bereits erwähnt, haben klassische Bewerbungsunterlagen in Papierform mittlerweile ausgedient – es sei denn, Sie setzen diese gezielt als Stilmittel ein, um aus der Masse herauszustechen. Dann aber sollten diese, ebenso wie Ihre Online-Bewerbung, auch originell gestaltet sein. Sie können Farbe einsetzen, die Reihenfolge der Dokumente umkehren, Arbeitsproben einreichen oder sogar eine Guerilla-Bewerbung aufsetzen. Die Möglichkeiten sind beinahe endlos.

Wie kreativ Ihre Bewerbung sein darf oder nicht, hängt zu grossen Teilen vom Unternehmen sowie Ihrer Branche ab. In Kreativbranchen blamieren Sie sich eher mit einer klassischen Bewerbung, wohingegen traditionelle Unternehmen mit der Guerilla-Bewerbung oft nur wenig anfangen können.

Es ist heute oft üblich, wichtige zusätzliche Nachweise wie Arbeitszeugnisse oder Zertifikate mit in das Bewerbungsdokument zu integrieren. So sind alle Infos sinnvoll gebündelt. Wichtig ist, dass auch diese Seiten sich in das Layout und Gestaltungskonzept gut einpassen. Am Computer können Sie solche Dokumente als PDF-Datei recht unkompliziert ins richtige Format bringen und in Ihre Bewerbungsunterlagen einfügen. Ebenso können Sie beispielsweise das Logo des Unternehmens einbinden oder einen Zeitungsartikel über Ihren Speaker-Auftritt anhängen – um bei dem Beispiel zu bleiben.

Sie sehen: Ihre Bewerbung muss nicht unbedingt „extrem“ sein, doch etwas Kreativität ist immer eine gute Idee und macht zugleich deutlich, dass Sie auch als Vertreter/in der Generation 50plus noch „up-to-date“ sind und mit der modernen Technik problemlos umgehen können.

Fazit: Rundum überzeugen im Jahr 2020

Es mag viele Bewerbungstrends geben, welche in den vergangenen Jahren aufgekommen sind – aber die meisten davon sind ebenso schnell wieder verschwunden. Mit einer klassischen Bewerbung als Grundlage sind Sie daher nach wie vor gut aufgestellt, nur muss diese im Jahr 2020 eben noch mehr bieten als die reine Auflistung von Informationen und Standardfloskeln.

Wenn Sie hingegen online unterwegs sind, Ihre Bewerbung kreativ sowie mit einem roten Faden gestalten und eine „Personal Brand“ erkenntlich machen, haben Sie gegenüber Ihrer Konkurrenz die Nase vorn; und zwar unabhängig vom Alter. Sollten Sie sich mit dieser Aufgabe überfordert fühlen, können Sie sich natürlich auch Hilfe aus dem Bekanntenkreis oder von Experten holen. Zudem wäre diese vielleicht eine optimale Gelegenheit, sich in der modernen Technik weiterzubilden und somit (noch) besser aufzustellen für Ihre berufliche Zukunft.

Mit über 50 Jahren befinden Sie sich also keinesfalls auf dem beruflichen Abstellgleis, jedoch haben Sie Ihren Erfolg zu grossen Teilen selbst in der Hand. Es ist an der Zeit, im Jahr 2020 anzukommen – sowohl die Technologien betreffend als auch hinsichtlich der aktuellen Bewerbungstrends. Dann lässt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch gewiss nicht mehr lange auf sich warten. Viel Erfolg!

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