50PLUS - DISKRIMINIERUNG

Frag nicht nach dem Alter

Auch Meryl Streep (hier in «Mamma mia» – ihr Alter düfen wir nicht nennen) setzt sich gegen Altersdiskriminierung ein.

Filmdatenbanken müssen künftig die Altersangaben zu Schauspielern aus dem Netz nehmen - sofern diese das wollen. So sieht es ein neues Gesetz in Kalifornien vor. Es soll Altersdiskriminierung vorbeugen.

Das Alter kann in Hollywood zum Problem werden. Gerade Schauspielerinnen klagen regelmäßig, dass ihnen Film- und Serienrollen verwehrt bleiben, weil sie aus Sicht von Casting-Agenturen und Produktionsfirmen zu alt sind. Jerry Brown, Gouverneur von Kalifornien, hat nun ein Gesetz unterzeichnet, das dem entgegentreten soll: Filmwebseiten und Datenbanken wie IMDb müssen auf Anfrage künftig jegliche Altersangaben zu Schauspielern und Schauspielerinnen aus dem Netz nehmen.

Das Gesetz tritt am 1. Januar 2017 in Kraft und betrifft ausschliesslich Webseiten, auf denen Darsteller für sich werben können. Auf denen sie also die Möglichkeit haben, Informationen zu sich und ihrer schauspielerischen Arbeit zu posten. Dabei können nur zahlende Nutzer beim Betreiber beantragen, ihre Altersangaben aus der Datenbank zu löschen.

Hollywoodschauspielerinnen haben sich in den vergangen Jahren mehrmals zu Wort gemeldet, weil sie eine Rolle aufgrund ihres Alters nicht bekommen haben. Maggie Gyllenhaal zum Beispiel. Dem Magazin "The Wrap" sagte sie, dass sie mit 37 Jahren für zu alt befunden wurde, um die Liebhaberin eines 55-Jährigen zu spielen.

Auch Meryl Streep macht immer wieder auf Altersdiskriminierung aufmerksam. Auch Oscarpreisträgerin Rita Moreno, 2011 sagte sie: "Älterwerden ist in Hollywood ein ernsthaftes Defizit." Gabrielle Carteris, Präsidentin der US-amerikanischen Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA, begrüsst das neue Gesetz "im Namen aller, die in unserem Geschäft mit Altersdiskriminierung zu kämpfen hatten".

Bereits ihr Vorgänger, Ken Howard, hatte sich für eine entsprechende Rechtsprechung eingesetzt. Weniger begeistert davon ist die Lobbygruppe Internet Association. "Wir fürchten, dass die Gesetzesvorlage einen Präzedenzfall schaffen wird, was die Zurückhaltung von sachlichen Informationen im Internet anbelangt", sagt Sprecher Noah Theran.

Für die Internet Association stellt das Gesetz eine Einschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit dar.