GELEGENHEITSJOB

Mit Amazon in der Wüste

Nicht viel los in Fernley, Nevada

Nicht viel los in Fernley, Nevada

Eine neue Generation von älteren, mobilen Aushilfsarbeitskräften ist geboren. In diesen Tagen reisen rüstige Pensionäre in abgelegene Kleinstädte der USA, um dem Onlinehändler Amazon auszuhelfen, wie der Zürcher «Tages-Anzeiger» schreibt.

Rüstige US-Rentner helfen, die Festtagsarbeitsflut zu bewältigen und können dabei gleichzeitig ihre Pensionen aufbessern. Sie verpacken Bücher, CDs und was der Konzern sonst noch alles verkauft und machen sie für den Versand bereit. Für Pensionierte und den Arbeitgeber geht die Rechnung auf. Zuverlässige, erfahrene Personen ohne feste Anstellungswünsche helfen dann aus, wenn die Arbeitslast am grössten ist. Und ziehen weiter, wenn es nichts mehr zu tun gibt. Eine Win-win-Situation für alle, eine bewährte Möglichkeit, körperlich und geistig in Schwung zu bleiben.
Die meisten hausen mit ihren Wohnmobilen auf dem Campingplatz von Fernley in der Wüste von Nevada, nur wenige Kilometer von einem der grössten Amazon-Verteilzentren der USA entfernt, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die Arbeit mache Spass und halte junge, berichtet die zuverlässigen Pensionäre, die in Schichten von acht Uhr abends bis sechs Uhr morgens arbeiten.
90 Prozent aller Stehplätze seien von Amazon für ihre modernen Wanderarbeiter reserviert worden. Die Monatsmiete von etwa 350 Franken bezahle der Konzern. Die neue Verdienstmöglichkeit sei noch nicht sehr alt. Erst 2009 habe Amazon begonnen, in den drei Verteilzentren in Nevada, Kansas und Kentucky Wohnmobilisten einzustellen. Ausschlaggebend seien Motivation und Qualifikation der Pensionäre gewesen. Sie würden sich klaglos dem strikten Arbeitsregime unterwerfen.
Den Aushilfen offeriere Amazon einen Stundenlohn von gut 12 Dollar, was deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,25 Dollar liege. Dazu kämen kleine Schicht- und Wochenendzulagen. Wie viele Teilzeitangestellten beschäftigt würden, gebe Amazon nicht bekannt. In Phoenix sei der Personalbestand letztes Jahr für die Hochsaison vervierfacht worden, auf 1200, in Fernley verdoppelt auf 600.
40 Prozent des ganzen Umsatzes macht der führende Onlinehändler zwischen Oktober und Weihnachten. Letztes Jahr erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 48 Milliarden Dollar einen Gewinn von 862 Millionen Dollar.
Der letzte Arbeitstag für die rüstigen Pensionäre sei der 24. Dezember. Es gebe wieder ein kleines Weihnachtsfest auf dem Wüstenstandplatz zum Abschluss. Dann ziehen die Amazon-Wandervögel weiter. Um im nächsten Jahre wieder zurückzukommen.

Den ganzen Artikel finden Sie hier:
www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Naechste-Ausfahrt-Amazon-City/story/18947257