Horoskop

Astrologie ist Hokuspokus

Astrologie, Horoskop, Sternzeichen

Sternzeichen fussen auf Zufall statt auf Ratio (Bild David Menidrey on Unsplash)

Ist Astronomie Hokuspokus? Selbst Staatenlenker auf die Macht der Sterne. Wissenschaftlich gibt es dafür einen Grund.

Der frühere französische Staatspräsident Mitterrand hat sich vor weltpolitischen Entscheidungen eines erstellen lassen. US-Präsident Donald Trump zieht eines zu seiner Beratung heran.

Immer mehr "Normalsterbliche" lassen sich eines für teures Geld erstellen: Die Rede ist von Astrologie und dem richtigen Horoskop als Lebenshilfe. Also muss an Astrologie und dem Horoskop was dran sein? 

Anders als die Astronomie, die mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, wie sich Himmelskörper bewegen, kann bei der Astrologie von wissenschaftlich keine Rede sein. Bei den Vorhersagen im Horoskop verhält es sich nicht anders. 

Zwar fusst die Astrologie auf einer wissenschaftlichen Methode, denn bis in die Neuzeit hinein gab es keine zwangsläufige Unterscheidung zwischen Astronomie und Astrologie.

Beide untersuchten Bewegung und Positionen von Sternen und Planeten und gingen der Frage nach, was das für die Menschen auf der Erde zu bedeuten hat. Mit wachsendem wissenschaftlichen Wissen war jedoch klar: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. 

Kein Wunder, die Astrologie ist jenseits der Frage, wie sich Himmelskörper bewegen, vom Zufall getragen. Das fängt mit dem Herzstück der Astrologie, den Sternzeichen als Basis für das Horoskop, an. Sie sollen für die Grundeigenschaften des Menschen mitentscheidend sein.

So ist der Autor dieser Zeilen für das Horoskop Jungfrau und müsste damit ordnungsliebend, pedantisch sein. Gewiss ist, dass die Ehefrau des Autors dieses Horoskop nicht bestätigen wird. 

Im Einzelfall mag das für die Frage, ob Astrologie und Sternzeichen Hokuspokus sind, belanglos sein, denn es werden sich zahlreiche Gegenbeispiele finden. Werfen wir daher einen Blick auf die Astrologie und ihre Sternzeichen selbst. 

Das Horoskop: Sternzeichen fussen auf Zufall statt auf Ratio
So sind Sternzeichen zufällig entstanden und nicht wissenschaftlich oder rational zu begründen. Irgendwann wurden bestimmte Sterne durch Linien verbunden und festgelegt, dass diese oder jene Konstellation das Sternzeichen Wassermann ist.

Wie sich das auf das Horoskop und somit auf das Schicksal einer Person auswirken soll, die zufällig Sternzeichen Wassermann ist, bleibt im Nebulösen. 

Noch verrückter wird es, wenn man weiss, dass es in der Welt der Astrologie auch heute noch zwei unterschiedliche Systeme der Sternzeichen mit unterschiedlichen Bedeutungen gibt, nämlich das tropische System der Sternzeichen, das in Europa recht verbreitet ist und der siderische Tierkreis, dessen Sternzeichen indisch geprägt sind. 

Doch noch nicht genug der Zufälle: Je nach astrologischem Handbuch, das man aufschlägt, erhält man ganz unterschiedliche Deutungen für die gleichen Gegebenheiten: In Niehenkes Einführungsbuch in die Astrologie werden dem Jupiter Attribute wie Wachstum und Reifen, zugeschrieben.

Bei William Lilly heisst es hingegen: grosses Glück, Urheber von Mässigkeit, Gerechtigkeit. Man könnte das endlos fortsetzen - bis jeder das Horoskop für sein Sternzeichen findet, das gerade passt. 

Doch es ist gar nicht notwendig, das einzelne Horoskop mit seinen pauschalen, immer passenden Aussagen heranzuziehen, um Zweifel zu bekommen.

Der Astronom Parke Kunkle hat unlängst eine Arbeit veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Systeme der Tierkreiszeichen, wie sie heute verwendet werden, nicht vollständig sind. Denn es fehlt für alle, die zwischen dem 29. November und dem 17. Dezember geboren wurden, ein dreizehntes Sternzeichen - und zwar der Schlangenträger.

Der wurde vor geraumer Zeit aus den Tierkreiszeichen-Systemen gestrichen, woraufhin die übrigen Sternzeichen neu sortiert wurden und sich damit je ein anderes Horoskop ergeben würde. Zugespitzt formuliert: Fast jedes Horoskop könnte selbst unter den Annahmen der Astrologie falsch sein. 

Hinter dieser Erkenntnis steckt alte Gewissheit: Die Babylonier wussten schon vor mehr als zwei Jahrtausenden vom Schlangenträger. Und davon, dass sich aus Sicht der Erde wegen der geneigten Erdachse das Himmelsbild kontinuierlich ändert - ein Fakt, der in der Astrologie oft ignoriert wird - und damit im Horoskop. 

Astrologen werden nun einwerfen, dass es bei einem ernst zu nehmenden Horoskop gar nicht auf die exakten Sternzeichen ankommt, denn diese seien nur symbolisch zu verstehen. Das mag sein.

Jedoch zeigte eine Studie aus den 40er Jahren mit mehr als 15.000 Probanden, dass es keinen statistischen Zusammenhang zwischen Geburtsdatum und den menschlichen Eigenschaften gibt. Das sollte ausreichen, Astrologie als das zu nehmen, was sie ist: eine nette Unterhaltung.