Meine Enkel nerven - bin ich eine schlechte Grossmutter?

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Grossmütter dürfen selbst bestimmen, wann sie auf die Enkel aufpassen wollen (Foto: Marissa Price on Unsplash)

Früher wurde von vielen Grossmüttern eine permanente Unterstützung der Familie erwartet. Heute sind Frauen in höherem Alter selbstbewusster. Sie gestalten ihre Freizeit aktiv. Hier einige Tipps, wie Sie mit diesem Dilemma umgehen können.

Mit den Jahren werden die meisten Menschen lärmempfindlicher und weniger belastbar. Side wollen nicht rund um die Uhr für Betreuungsaufgaben zur Verfügung stehen. Wenn Ihre Enkel manchmal nerven, macht Sie das deshalb nicht zu einer schlechten Oma. 

Frauen der Generation 50plus sind selbstbewusster

Es ist noch nicht lange her, da galten Grossmütter als die Versorgerinnen schlechthin. Sie bemutterten und bewirteten die ganze Familie an Festtagen und bei Feiern, hatten immer eine offenes Ohr für die Probleme und Anliegen ihrer Lieben und unterstützen, wo sie nur konnten.

Es schien selbstverständlich, dass sie ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse hinter das Wohlergehen der restlichen Familie zurückstellten und rund um die Uhr für Kinder und Enkel zur Verfügung standen.

Heute ist die Generation 50 plus eine weitaus aktivere. Viele Frauen in diesem Alter sind körperlich fit, betreiben Sport oder machen regelmässig Ausflüge, treffen sich mit Freunden, besuchen Theatervorstellungen, Konzerte und Kabaretts oder gehen ins Kino.

Sie haben ihre eigenen Kinder erfolgreich grossgezogen, sind selbstbewusster und wollen jetzt ihre freie Zeit geniessen und sich ihre Tage einteilen, ohne ständig Rücksicht auf andere zu nehmen. 

Enkel bringen den Tagesplan durcheinander

Wenn nun die eigenen Kinder und Schwiegerkinder unangemeldet mit den Enkeln vor der Tür stehen und um deren Betreuung bitten, kann das ganz schön nerven. Selbst angekündigte Besuche bringen manches Mal den eigenen Tagesplan durcheinander.

Empfinden Sie so, brauchen Sie kein schlechtes Gewissen zu haben. Es ist ganz natürlich, dass Sie an manchen Tagen mehr Zeit für sich benötigen oder schlicht und einfach keine Lust auf das laute Toben oder das vehemente Einfordern von Aufmerksamkeit Ihrer Enkel haben.

Schliesslich haben Sie das alles schon viele Jahre als Mutter erlebt. Dazu kommt, dass die meisten Menschen mit fortschreitendem Alter weniger belastbar und lärmempfindlicher werden. Auch dieser Prozess ist ganz natürlich und oft nur schwer mit der Unruhe und dem Bewegungsbedürfnis von Kindern in Einklang zu bringen.

Wenn Ihre Enkel Sie also manches Mal nerven, macht Sie das noch nicht zu einer schlechten Oma. 

Ihr Haus - Ihre Regeln

Zu einem reibungslosen Umgang mit den Enkeln sollten beide Seiten der Familie beitragen. Machen Sie Ihren Lieben klar, dass Ihre eigenen Interessen zählen und Sie nicht rund um die Uhr für die Betreuung der Enkel zur Verfügung stehen.

Eventuell können Sie einen fixen Tag in der Woche oder im Monat vereinbaren, der für Zeit mit Ihren Enkeln reserviert ist. Die Sonne scheint und Sie wollen mit Ihren Freundinnen spontan eine Wanderung unternehmen oder im Freien Kaffee trinken, sollen aber bei der Betreuung der Enkel einspringen?

Lernen Sie, nein zu sagen. Ihre Familie wird bald begreifen, dass auch Sie ein Recht auf Ihren Freiraum haben. Nun sind die Enkel tatsächlich zu Besuch, lärmen und toben oder fordern permanent Ihre Aufmerksamkeit?

Machen Sie allen Beteiligten klar, dass in Ihrem Haus Ihre Regeln gelten. Was bei Mama und Papa okay ist, kann bei der Oma ganz anders laufen. Kinder bekommen den Unterschied schnell heraus, finden sich in aller Regel gut damit zurecht und passen ihr Verhalten an.

So verläuft die gemeinsame Zeit mit Ihren Enkeln harmonischer und Ihre Nerven werden geschont. 

Tipps für einen reibungslosen Umgang mit den Enkeln:

  • Nein sagen lernen
  • Mein Haus - meine Regeln!
  • Fixe Tage für die Betreuung reservieren
  • Die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und vertreten
  • Mit der Familie über Ihre Wünsche reden