Non-Stop Serien schauen kann Ihre Gesundheit gefährden

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Früher war spätestens um Mitternacht Sendeschluss (Foto: Constellate on Unsplash)

Medienanbieter wie Netflix, Amazon Prime und AppleTV+ haben die Art und Weise, wie wir fernsehen, verändert. Nicht nur zum Guten.

Früher schauten wir Serien einmal pro Woche während 45 Minunten und das während sechs bis acht Monaten. Denken Sie an «Dallas» oder «Denver Clan». Aber mit der vollständigen Serie, die auf einmal veröffentlicht wird und rund um die Uhr verfügbar ist, schauen wir nun plötzlich Serien Non-stop und schlagen uns so ganze Nächte um die Ohren. Weil wir es könnten.

Laut einer Umfrage des «Hollywood Reporter» sagen 60 Prozent der Erwachsenen, die sich Shows on Demand über Streaming-Dienste anschauen, dass sie Non-Stop schauen, als das sogenannte Binge-Watch betreiben, wie es auf englisch genannt wird. Sie schauen sich also zwei oder mehr aufeinander folgende Episoden einer Serie an und zwar mindestens einmal pro Woche.

Und beachtliche 86 Prozent gaben an, über ihre normale Schlafenszeit hinaus aufzubleiben, um noch eine weitere Episode - oder mehr - zu schauen. Das Ergebnis dieser neuen TV-Gewohnheiten ist mangelnder Schlaf. Die Medizin hat festgestellt, dass solches Verhalten ein höheres Mass an Stress, Angst und Depression auslöst.

«Wir wissen nicht, was zuerst kommt, und das ist der interessante Teil daran. Bist du gestresst, ängstlich und deprimiert und dann schaust du fern? Oder schaust du fern, erkennst dann, dass du so viel zu tun hast und wirst dann gestresst, ängstlich und deprimiert?», sagt Jessica Kruger, eine klinische Assistenzprofessorin für Community Health und Health Behavior an der University of Buffalo.

Krüger untersucht seit mehr als fünf Jahren die Auswirkungen von Non-Stop-Watching, es ist ein Teil ihrer Forschung über Konsum und Suchtverhalten. Sie erklärt, dass es auch zu einem Gefühl der Leere führen kann.

«Leute, die Serie fertig geschaut haben, fühlen sich wirklich traurig, verloren, ein Gefühl der Leere, weil ihre Lieblingscharaktere, die sich jetzt wie Freunde anfühlen, entweder bis zur nächsten Staffel oder für immer weg sind.»

Übermässiger Fernseh-Konsum kann auch zu Fettleibigkeit führen. «Wenn man sechs Stunden vor dem Fernseher sitzt, bewegt man sich nicht und isst aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch. Und nicht das Gesündeste, sagte Kruger. «Wir müssen gründlicher darüber nachdenken, wie die Technologie das menschliche Verhalten beeinflusst und wie dieses Verhalten die Gesundheit der Menschen beeinflusst.»

Übrigens, im letzten Jahr hat YouTube  eine «Pause einlegen»-Funktion hinzugefügt, bei der die Nutzer wählen können, ob sie alle 15, 30 oder 60 Minuten benachrichtigt werden wollen, um dazwischen mal an die frische Luft zu gehen.