SPIELE

Wieso die Aussicht auf einen Gewinn die Menschen glücklich macht

Spielen macht glücklich

Spielen macht glücklich (Foto: Michał Parzuchowski on Unsplash)

«Nichts geht mehr»! Kaum ein Satz sorgt für so viel Emotion in einem Casino wie dieser. Es entsteht ein ungewisser Moment, was wird passieren? Theoretisch kann sich die Welt innerhalb weniger Sekunden verändern.

Die Vorfreude, das Kribbeln im Körper - wer schon einmal im Casino war, kennt dieses Gefühl. Doch wieso macht uns eigentlich die Aussicht auf einen möglichen Gewinn so glücklich?

Um Glück zu empfinden, spielen verschiedene Botenstoffe, allen voran Dopamin, im Gehirn eine grosse Rolle. Der Volksmund bezeichnet Dopamin als Glückshormon. Wenn der Antrieb gesteigert oder die Motivation hochgelegt wird, wirkt das Dopamin besonders intensiv.

Wenn ein Spieler beim Handball unbedingt gewinnen möchte, schüttet der Körper grosse Mengen an Dopamin aus. Doch nicht nur die Handballer selbst, auch die Zuschauer werden vom Glücksrausch erfasst, jubeln, fiebern mit und befinden sich in einem ganz besonderen Zustand. 

Auch nach dem Sieg wird noch Dopamin ausgeschüttet, die Lust auf weitere Siege ist geweckt. Gewinnspiele lösen ähnliche Gefühle im Menschen aus. Ein finanzieller Gewinn sorgt im Gehirn für eine weitere Ausschüttung von Dopamin, Glücksgefühle werden wahrgenommen.

Doch schon im Vorfeld, wenn Gewinnspiele noch gar nicht entschieden sind, entsteht genau dieses Gefühl im Körper. Zu diesem Zeitpunkt sind Adrenalin und Dopamin noch gemeinsam unterwegs. Das Adrenalin sorgt für die Aufregung, die Spannung, die Nervosität, während das Dopamin die unbändigen Glücksgefühle auslöst. 

Doch noch ein anderes, psychisches Phänomen sorgt dafür, dass Gewinnspiele die Menschen nicht nur seit Jahrhunderten reizen, sondern sie auch noch wirklich glücklich machen. Es ist die Vorfreude, der Hang zum Träumen, der Gedanke ans grosse Geld.

Wohl jeder hat schon einmal davon geträumt, mit einem Lottogewinn alles zu ändern. Das Konto voller Millionen, die Garage voller dicker Autos. Ein solcher Traum weckt Glücksgefühle. Doch wer kein Lotto spielt, vergibt sich die Chance auf einen Lottogewinn natürlich von selbst. 

Wenn nun aber aktiv Gewinnspiele gespielt werden, ist die Chance auf einen Gewinn zum greifen nah. Prozentzahlen oder Wahrscheinlichkeitszahlen interessieren den Spieler nicht mehr. Natürlich ist der Jackpot selten, aber es ist nicht ausgeschlossen, ihn doch einmal zu knacken. 

Es beginnt es Kette von Gedankenvorgängen, denen die Frage: «Was wäre wenn», fast immer voransteht. Was wäre wenn es mich trifft? Was wäre wenn ich morgen Millionär wäre? Wem würde ich etwas abgeben? Solche und andere Gedanken verführen zum Träumen, regen zum weiterdenken an und machen glücklich.

Ganze Traumhäuser werden in der Fantasie bereits gebaut, Urlaubsreisen gebucht, Geschenke an Freunde und Verwandte geplant. Kurz: Der Gedanke an das grosse Geld, an einen Gewinn macht glücklich. 

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel ermöglicht sich der Mensch selbst eine Chance auf das grosse Glück. Es ist theoretisch möglich, das Leben mit einer einzigen Zahlenkombination, Roulettekugel oder Pokerkarte von Grund auf zu verändern.

Es ist immer wieder ein Reiz, die Ziehung der Lottozahlen zu beobachten, der Kugel beim Roulette zu folgen oder das letzte Ass auszuspielen. Dieser Reiz sorgt für Glücksgefühle, selbst wenn es beim ersten Versuch nicht klappt, bieten Gewinnspiele immer wieder die Chance auf den grossen Erfolg. 

Tatsächlich gab es in den USA ein Experiment, bei dem Senioren mit Hilfe von Gewinnspielen aus ihrer Lethargie im Pflegeheim geholt wurden. Das simulierte Glücksspiel sorgte bei den alten Menschen für Glücksgefühle, zumindest während des Spielmoments. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich auch im Alltag vieler Menschen.

So wird der Tag der Lottoziehung von vielen als angenehmer empfunden, als jeder andere Wochentag. Doch das Glücksgefühl beginnt eigentlich schon bei Abgabe des Lottoscheins.